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Friedrichskoog, 07.11.2012

25-jähriges Jubiläum Erdölförderung Mittelplate

Seit 1987 gewährleisten die RWE Dea AG als Betriebsführer und die Wintershall Holding GmbH als Konsortialpartner eine sichere Ölförderung aus der größten Öllagerstätte Deutschlands – Mittelplate. Im Beisein von rund 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Medien ist heute das 25-jährige Jubiläum der Erdölförderung Mittelplate begangen worden.

Im Rahmen der offiziellen Feierstunde im Haus des Kurgastes in Friedrichskoog würdigte Ministerpräsident Torsten Albig die 25-jährige störungsfreie Ölförderung in der sensiblen Wattenmeerregion und betonte die wichtige wirtschaftliche Bedeutung der Ölförderung für Schleswig-Holstein. Albig: „Die Bohr- und Förderinsel Mittelplate ist wichtiger Rohstofflieferant und
sichert an der Westküste viele Arbeitsplätze. Dabei erfordert die Lage mitten im Nationalpark Wattenmeer von allen eine besondere Sensibilität. Die 25 Jahre störungsfreier Förderung sollten Ansporn dafür sein, auch weiterhin maßvoll und verantwortungsbewusst mit dem einzigartigen Lebensraum Wattenmeer umzugehen.“ Der Vorstandsvorsitzende des Betriebsführers RWE Dea, Thomas Rappuhn, betonte in seiner Begrüßungsansprache die Vorbildfunktion des weltweit einmaligen Projektes Mittelplate: „Wir haben bewiesen, dass in einer ökologisch sensiblen Region umweltgerecht Öl gefördert werden kann. Mittelplate gilt inzwischen international als Beispiel für umweltverträgliche Ölförderung und wir sind sehr erfreut, dass wir heute auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken können.“

Martin Bachmann, Mitglied des Vorstands der Wintershall Holding GmbH, wies ergänzend auf die hohen Mittelplate-Standards bei Technik und Sicherheit hin: "Die heimische Erdölförderung ist gegenüber Standorten im Ausland anspruchsvoller und oft nur mit Spezialtechniken möglich. Das Wissen, das wir in Deutschland gewinnen, fließt in unsere internationalen Projekte ein. Mit in Deutschland gewonnener Expertise können wir so weltweit punkten", erklärte Bachmann. "Mittelplate ist ein gutes Beispiel für die hohen Umweltstandards deutscher E&P-Unternehmen. Seit Jahren wird so eine sichere und umweltverträgliche Rohstoffgewinnung, selbst im sensiblen Wattenmeer-Fördergebiet gewährleistet. Die Ölproduktion verlief zu jeder Zeit störungsfrei.“

Lange Tradition der heimischen Ölförderung an der Westküste

Mittelplate ist inzwischen das mit Abstand förderstärkste deutsche Ölfeld und enthält mehr als die Hälfte der heimischen Ölreserven. Nachdem 1955 erste seismische Messungen zur Erkundung des Untergrundes stattgefunden hatten, wurden mit der Bohrung Büsum Dogger 1 bereits 1964 erste Ölanzeichen gefunden. Nach den Ölpreisschocks in den 70er Jahren wuchs die Bedeutung der heimischen Energieträger, und die Suche danach wurde forciert. Im August 1980 wurde sie mit dem Erfolg der Bohrung Mittelplate 1 belohnt: Im Bereich zwischen 2000 und 3000 Meter Tiefe wurde in Dogger-Sandsteinschichten Öl nachgewiesen. Nach Durchführung des Genehmigungsverfahrens wurde dann im Juni 1985 mit dem Bau der Insel Mittelplate begonnen. Im Oktober 1987 wurde mit einer partiellen Ölförderung begonnen, die dann ab Dezember 1987 in eine stabile Förderung überging. Förderte man in den ersten Jahren bis 1994 noch kleinere Mengen von etwa 250.000 Tonnen pro Jahr, zog die Produktion aus dem Feld Mittelplate dann deutlich an, bis sie in den Jahren 2002 bis 2007 jährlich über 2 Millionen Tonnen lag. Insgesamt wurden bislang über 27 Millionen Tonnen Öl gefördert. Die jährliche Produktion liegt derzeit bei rund 1,4 Millionen Tonnen Öl. Ziel ist es, dieses Niveau in den kommenden Jahren zu halten. Mittelplate leistet damit einen wesentlichen Beitrag für die weiterverarbeitende Industrie, die das Öl vor allem als Basis für die Herstellung von Kunststoffen, Textilien oder Medikamenten und somit für viele Produkte des täglichen Lebens nutzt. Weiterhin können aus der von Mittelplate jährlich geförderten Menge Rohöl in der Raffinerie 560 Millionen Liter Heizöl gewonnen werden. Dies reicht aus, um damit pro Jahr rund 255.000 Einfamilienhäuser zu beheizen. Darüber hinaus ist die Jahresproduktion Mittelplate-Öl Ausgangsstoff für 359 Millionen Liter Benzine.

Rappuhn betonte die Bedeutung des Zusammenspiels von fossilen und regenerativen Energien: „Die Erneuerbaren Energien sind gerade in Schleswig-Holstein ein wichtiges Standbein – und das ist gut so. Für die nächsten Jahre stellt sich hinsichtlich erneuerbarer und konventioneller Energie jedoch nicht die Frage des ‚entweder oder’ – vielmehr lautet die Antwort ‚sowohl als auch’.” Nur damit könnten Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit der deutschen Energieversorgung auch zukünftig gewährleistet werden. Rappuhn, der in seiner Rede auch auf das langjährige gesellschaftliche Engagement in Gemeinde, Kreis und Land hinwies, kündigte zudem an, dass RWE Dea und Wintershall anlässlich des Förderjubiläums eine Summe in Höhe von 20.000 Euro für regionale Projekte aus den Bereichen Umwelt, Bildung und Soziales zur Verfügung stellen.

Wirtschaftsfaktor mit Tradition

Der Landrat von Dithmarschen, Dr. Jörn Klimant, verwies während der Feierstunde mit Nachdruck auf die wirtschaftliche Bedeutung der Mittelplate-Förderung für die Region. „Schon seit sehr langer Zeit werden die Belange in Dithmarschen durch die Ölsuche und -förderung entscheidend geprägt. Die Bohr- und Förderinsel Mittelplate ist ein wesentlicher Teil der traditionsreichen Geschichte: In Hemmingstedt bei Heide hat 1856 das Erdölzeitalter begonnen. Noch heute ist das Netzwerk aus Mittelplate-Ölproduktion und der weiterverarbeitenden Industrie in Hemmingstedt und im ChemCoast-Park Brunsbüttel von großer wirtschaftlicher Bedeutung für Dithmarschen gerade auch im Hinblick auf die damit verbundenen Arbeitsplätze“, erklärte Klimant. Insgesamt stehen an der schleswig-holsteinischen Westküste über 1.000 Arbeitsplätze in direkten Zusammenhang mit der heimischen Ölförderung. Von der stetigen Produktion profitiert das Land Schleswig-Holstein über eine Förderabgabe, die allein 2011 rund 120 Millionen Euro betrug.

Das Mittelplate-Projekt hat sich über die Jahre etabliert und bewährt. Dies wird insbesondere vor Ort in Friedrichskoog deutlich. Bürgermeister Gerd Dethlefs: „Der offene und transparente Dialog mit der Gemeinde Friedrichskoog sowie das soziale Engagement hat zu einer hohen Akzeptanz in der Gemeinde geführt. Wir hoffen, dass uns die Ölquelle über das Vierteljahrhundert hinaus noch lange erhalten bleibt.“

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