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Friedrichskoog, 18.01.2011

Erörterungstermin zu Mittelplate-Kolkschutz

In Friedrichskoog, Kreis Dithmarschen, hat der Erörterungstermin zum erweiterten Kolkschutz der Bohr- und Förderinsel Mittelplate begonnen. Mitarbeiter der RWE Dea AG sowie mehrere Sachverständige erläutern im Rahmen des Verfahrens die Notwendigkeit der Maßnahme vor dem Hintergrund der Auswirkungen auf den sensiblen Naturraum Wattenmeer. Die Veranstaltung dient der Erörterung der von den Trägern öffentlicher Belange vorgebrachten Einwendungen. Gegenstand des Termins ist auch die vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahme.

Der Erörterungstermin ist Teil eines behördlichen Planfeststellungsverfahrens zur Verstärkung des so genannten Kolkschutzes – einer Befestigung aus Steinen und Mörtel, die die Insel Mittelplate umgibt. Als Teil des umfassenden Sicherheitskonzeptes hat der Kolkschutz die Aufgabe, die Insel vor Umwelteinflüssen wie Erosion durch Strömungen, Wellen sowie Auskolkungen zu schützen. Aufgrund der hohen natürlichen Dynamik im Wattenmeer ist die Erweiterung der Befestigung notwendig. Der Kolkschutz gewährleistet die vollkommene Abschottung des Bohr- und Förderbetriebes vom umliegenden Wattenmeer.

Im Antrag zur Genehmigung der Baumaßnahmen sind alle absehbaren Erweiterungsschritte zur Verstärkung des Kolkschutzes enthalten. Diese sollen in den Rahmenbetriebsplan aufgenommen werden. Bei Veränderung der Wattoberfläche und insbesondere der Verlagerung des Priels Trischenflinge soll der Kolkschutz der Mittelplate bei Bedarf schrittweise an die Umweltbedingungen angepasst werden. Ausbaumaßnahmen werden aber nur dann ergriffen, wenn die dynamischen Verlagerungsprozesse im Watt dieses zum Schutz der Mittelplate und des Watts erfordern. Die erforderlichen Maßnahmen erfolgen immer unter strikter Beachtung naturschutzfachlicher Gesichtspunkte und unter Kontrolle der Aufsichtsbehörde.

Strukturverbesserung von Salzwiesen als Ausgleichsmaßnahme

Um den Eingriff in den Naturraum Wattenmeer auszugleichen, sieht das Mittelplate Konsortium – bestehend aus der RWE Dea AG als Betriebsführer und der Wintershall Holding GmbH als Partner (jeweils 50% Anteil) – in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung und dem Umweltministerium Kiel eine umfangreiche Ausgleichsmaßnahme zur Renaturierung von Salzwiesen vor. Diese so genannte kohärenzsichernde Maßnahme soll auf einer Fläche von 54 Hektar Salzwiesen vor Friedrichskoog durchgeführt werden. Diese Salzwiesen sind durch menschliche Einflüsse stark geprägt worden. Es handelt sich um ein schachbrettartig angelegtes Grabensystem zur Entwässerung. Ziel der kohärenzsichernden Maßnahme ist, hier unter Beachtung der Anforderung des Küstenschutzes den Einfluss der Gezeiten zu erhöhen und auf den Salzwiesen wieder ein natürliches Prielsystem zu etablieren. Durch eine Info-Einrichtung sollen künftig auch interessierte Nationalparkbesucher das Gebiet erleben können.

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