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Friedrichskoog, 31.10.2011

Schutzmaßnahmen für Insel Mittelplate genehmigt

Die zuständige Aufsichtsbehörde Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), Hannover, hat den Planfeststellungsbeschluss zur Genehmigung von zusätzlichen Kolkschutzmaßnahmen an der Bohr- und Förderinsel Mittelplate erlassen. Der Beschluss ist heute gegenüber RWE Dea bekanntgegeben worden. Bei dem so genannten Kolkschutz handelt es sich um eine Befestigung aus Steinen und Mörtel, die die Insel Mittelplate schützend umgibt. Er ist wichtiger Teil des umfassenden Sicherheitskonzeptes und hat die Aufgabe, das Bauwerk vor Umwelteinflüssen wie Erosion durch Strömungen, Wellen und Auskolkungen zu schützen. Aufgrund der hohen natürlichen Dynamik im Wattenmeer ist die Erweiterung der Befestigung notwendig.

Die Genehmigung der Baumaßnahmen umfasst alle absehbaren Erweiterungsschritte zur Verstärkung des Kolkschutzes. Diese sind damit Bestandteil des Rahmenbetriebsplans der Mittelplate. Bei Veränderung der Wattoberfläche und insbesondere der Verlagerung des Priels Trischenflinge wird der Kolkschutz der Mittelplate bei Bedarf schrittweise an diese Veränderungen angepasst. Weitere Ausbaumaßnahmen, die bereits jetzt vom Planfeststellungsbeschluss zugelassen sind, werden aber nur dann ergriffen, wenn die dynamischen Verlagerungsprozesse im Watt dieses zum Schutz der Mittelplate erfordern. Die erforderlichen Maßnahmen erfolgen immer unter strikter Beachtung naturschutzfachlicher Gesichtspunkte und unter Kontrolle der Aufsichtsbehörde.

Strukturverbesserung von Salzwiesen als Ausgleichsmaßnahme

Um den mit den Kolkschutzmaßnahmen verbundenen Eingriff in den Naturraum Wattenmeer auszugleichen, sieht das Mittelplate Konsortium – bestehend aus der RWE Dea AG als Betriebsführer und der Wintershall Holding GmbH als Partner (jeweils 50% Anteil) – in Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung eine umfangreiche Ausgleichsmaßnahme zur Renaturierung von Salzwiesen vor. Diese so genannte kohärenzsichernde Maßnahme soll auf einer Fläche von 54 Hektar Salzwiesen vor Friedrichskoog durchgeführt werden. Die Salzwiesen sind durch menschliche Einflüsse geprägt und werden durch ein schachbrettartig angelegtes Grabensystem entwässert. Ziel der kohärenzsichernden Maßnahme ist es, hier unter Beachtung der Anforderungen des Küstenschutzes den Einfluss der Gezeiten zu erhöhen und auf den Salzwiesen wieder ein natürliches Prielsystem zu etablieren. Durch eine Info-Einrichtung sollen künftig auch interessierte Nationalparkbesucher das Gebiet erleben können.

Projekt zur Optimierung der Beleuchtung der Mittelplate erfolgreich abgeschlossen

Zur Verringerung der Auswirkungen der Bohr- und Förderinsel Mittelplate auf die Umwelt ist ein Projekt zur Reduzierung der Licht-Emissionen abgeschlossen worden. Die optimierte neue Beleuchtung gibt nun möglichst wenig Streulicht in die Umgebung ab und soll verhindern, dass nächtlich ziehende Vögel bei schlechter Sicht von Lichtquellen auf der Mittelplate angelockt werden. So soll verhindert werden, dass Vögel durch Desorientierung geschwächt werden. Wo möglich wurden Lichtquellen außer Betrieb genommen, optimal ausgerichtet und mit Lichtleitblechen versehen. Darüber hinaus wurden Lichtschranken installiert, die beim Durchschreiten nur dort zeitlich begrenzt für Helligkeit sorgen, wo diese tatsächlich benötigt wird. Die Anzahl der Lampen außerhalb der Spundwand konnte z.B. auf die Hälfte reduziert werden. Die zu berücksichtigenden Aspekte des Arbeitsschutzes hatten selbstverständlich auch bei der Optimierung der Beleuchtung Priorität.

Hohe wirtschaftliche Bedeutung

Mehr als die Hälfte der deutschen Erdölproduktion stammt momentan aus dem größten deutschen Ölfeld Mittelplate. Für das Jahr 2011 wird eine Fördermenge von etwa 1,4 Millionen Tonnen Öl angenommen. Das heimische Feld, das immer noch über 50 Prozent der deutschen Ölreserven enthält, wird seit nunmehr über 24 Jahren störungsfrei mit modernster Bohr- und Fördertechnologie

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